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[02.10.07]
Dark Area Festival 07, Nachhallen, Kassel
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In der Gewissheit, Dank des Feiertages am nächsten Morgen ausschlafen zu können, war eine beachtliche Schar Feierwilliger mitten in der Woche nach Kassel gereist, um der Einladung der Nachthallen zum Dark Area Festival zu folgen, dessen Ankündigung ein für Freunde elektronischer Musik verlockendes Line-Up versprach.
Der Abend wurde eingeläutet (bzw. eingetrommelt) von der belgischen Band This Morn' Omina. Mit ihrer nicht einfach einzuordnenden Mischung aus Ethno-, Trance-, Industrial-, Tribal-Elementen boten die drei Herren an Tasten und Trommeln wie gewohnt "Ritual Noise" von Feinsten. Nachdem die Belgier die Bühne verlassen hatten geschah in der Pause Bemerkenswertes: Es gab Schlager und eine ausgewachsene Polonäse. Und das nicht etwa auf einer nebenan stattfindenden Mallorca-Party, sondern inmitten der auf Agonoize wartenden schwarzbunten Menge. Von der Hölle (Hölle, Hölle) ging es anschließend direkt in die Kirche, genauer gesagt in die "Church Of Agonoize" - Thema des neuen Albums der Berliner Blutspritzer sowie erster Song im heutigen Set. In deutscher, englischer und wenig jugendfreier Sprache gab das rot gekleidete Trio anschließend alles von "Sacrifice" über Blutduschen, "Femme Fatale" und Kiss-Cover bis hin zu "Koprolalie". Wie viel davon ist eigentlich Ironie?
Im Anschluss an die (nun schlagerfreie) Umbaupause betrat unter lautstarkem Beifall das "Gothic Urgestein" Das Ich die Nachhallenbühne, um die wartende Schar mit morbidem Liedgut zu erfreuen. "Die Todgeweihten grüßen Dich, nimm' dein Schwert und tanz den Tanz zum Tod." Ganz soweit ist es zwar nicht gekommen, aber Sänger Stefan Ackermann lieferte eine intensive, beinahe verstörende Darbietung, die durch Bruno Kramm und den zweiten, ebenfalls an Metallauslegern "schwenkbaren" Keyboarder, sowie durch ein düsteres Bühnenbild mit passendem Licht perfekt ergänzt wurde. Musikalisch wie optisch eine Show, die das Publikum schnell und fest in ihren Bann zog und die erst nach einer wie im Flug vergangenen Stunde mit "Gottes Tod" ihr Ende fand.
Headliner Covenant war mit zwei brandneuen, noch namenlosen Songs im Gepäck angereist. Ebenfalls im Gepäck: Daniel Myer (haujobb), der seit kurzem anstelle von Clas auf der Bühne den dritten Mann gibt. Mit Daniel kamen auch die Trommeln auf die Bühne, die nun viele Songs bereichern. Vor einer wie üblich grandiosen Licht- und Nebelkulisse lieferten Eskil, Joakim und Daniel gut gelaunt eine beeindruckende Show und beglückten das begeisterte Publikum mit alten Hits, neuen Songs und einer ganzen Reihe Perlen der beiden letzten Alben. Ein großer Song jagte den nächsten und wurde oft schon nach den ersten Tönen freudig begrüßt. Das ausgelassene Publikum tanzte, bis es erst zu "Sweet & Salty" in Bässen und Nebel verschwand und dann - irgendwie sehr passend - mit "One World One Sky" in den inzwischen längst eingekehrten Feiertag der deutschen Einheit entlassen wurde. "We live, we die" - gar nicht so unpassend zum Ende einer großartigen Konzertnacht.
[ ORKUS Magazine ]
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